Archiv für die Kategorie ‘Auf und davon’
Schon gezahlt?
Nein, es geht hier nicht um die Wegelagerer der GEZ. Sondern um den wunderschönen Schlosspark Pillnitz. In Kürze wird wieder das erste Grün sprießen und die immer mehr wärmenden Sonnenstrahlen laden zu einem Spaziergang durch den Pillnitzer Park ein. Leider soll das aber ab Anfang April Geld kosten. Da werden nicht mehr nur Parkgebühren für die Autos kassiert. Nein, es soll ein Eintrittsgeld für den Besuch im Park – also eine “Parkgebühr” im wahrsten Sinne des Wortes – erhoben werden.
Sicher, der Unterhalt des Schlossparks kostet Geld. Viel Geld sogar. Aber dann müsste für andere öffentliche Einrichtungen auch ein Eintrittsgeld erhoben werden. Bleiben wir in unserer Landeshauptstadt. Was wäre ein Eintrittsgeld für die Brühlschen Terrassen? Mal kurz durch den Zwinger laufen? Aber bitte erst zahlen!
Klar, ich könnte mir das leisten. Keine Frage. Trotzdem würde ich dann doch eher überlegen, ob das jetzt sein muss oder nicht. Und es gibt genug Menschen, die jeden Euro mehrmals umdrehen müssen. Leute, die sich keinen Kinobesuch und kein Theater leisten können – sollen die jetzt auch noch von Pillnitz ausgeschlossen werden?
Was haltet ihr von den Plänen? Wenn ihr damit auch nicht einverstanden seid, bitte ich euch um eure Stimme gegen die geplante Parkgebühr. Unter folgenden Adressen könnt ihr abstimmen:
http://www.openpetition.de/petition/online/freier-park-fuer-freie-buerger
http://freier-parkzutritt.de/cms/
Danke für eure Stimmen.
Das war das! Best wishes.
Na Super! E10
Da ist mir heute aber ein Fehler unterlaufen. Ich machte mich gerade auf den Weg und wollte an der örtlichen Kraftstoffverkaufsstation meinen Vorrat zum Antrieb meines Wagen ergänzen. Die Nadel neigte sich schon leicht der roten Marke und ich hasse es, wenn das FIS ständig “Bitte tanken"!” quäkt. Und manchmal hasse ich auch Audi-Fahrer, besonders solche aus Köln!
So einer stand nämlich vor mir an der Zapfsäule. Also das Auto. Von einem Fahrer war weit und breit nichts zu sehen und an den anderen Säulen war munter Begängnis. Nur der Kölner Audi-Besitzer war verschwunden. Nach fünf Minuten bin ich dann mal in die Zahlstelle eingetreten und habe – schon noch höflich – gefragt, ob es zu diesem Auto auch einen Fahrer gibt und ihn gebeten, er mögen sein Gefährt doch bitte etwas vorfahren, damit andere Leute auch noch etwas zur Förderung des Provisionserlöses des Tankstellenpächters beitragen könnten. Dann konnte ich endlich die Pistole in die vorgesehen Öffnung einführen.
Der Tank war schon fast voll, da habe ich erst gemerkt dass ich die falsche Zapfpistole gezogen habe. Lag es an meinem Frust über den Kölner Audi-Fahrer? Oder habe ich mich beim Anblick der Zapfpistole und des Einfüllstutzens wieder von anderen Gedanken ablenken lassen? Ich vermute eher die erste Variante. Jedenfalls bemerkte ich, dass ich gar keinen Super-Benzin tanke, sondern irgend so ein neumodische Zeug mit komischen Abkürzungen: E10. Was immer das auch heißen mag. Essen um zehn Uhr? Eingang noch zehn Meter? Egal, noch zehn Liter mehr?
Ich mag und tanke den E10-Sprit aus Prinzip nicht. Und weil ich das Zeug nicht in meinen Tank haben will, bin ich mal kurz nach Regensburg und zurück gefahren. Der Tank war wieder leer und ich habe nach meiner Heimkehr gleich noch mal richtiges Super-Benzin getankt. Jetzt fühle ich mich viel besser.
Das war das! Best wishes.
Super–5 Kilometer
Dialog der Tanksäule an einer großen Tankstelle zwischen Chemnitz und Dresden mit einer Muschel im Logo.
Kunde: “Wo ist hier die nächste Tankstelle?”
Shell-Tussi: “Ungefähr 5 km weiter im Ort. Wieso?”
Kunde: “Weil es hier nur E10 und den Super-Super gibt!”
Shell-Tussi: “Klar, an der ersten Säule. Sie haben aber jetzt schon V-Power aktiviert.” *)
Kunde: “Danke.”
Ich habe dann fünf Liter Shell Super V-Power Racing 100 in den Tank gelassen, den 2 Cent je Liter Aktionsgutschein einer großen Fast-Food-Kette und meine ADAC-Clubkarte für nochmal 1 Cent Ersparnis je Liter an der Kasse vorgelegt. Gezahlt habe ich die knapp 9,00 EUR selbstverständlich (oder gerade deswegen) mit Kreditkarte.
Übrigens, an der anderen Tanke im Ort war der Sprit auch gleich viel viel preiswerter – auch ohne Spar-Coupons.
*) Zur Info: Die oben erwähnte Tankstelle besitzt fünf oder sechs Tanksäulen – also zwölf Zapfplätze. Vier Säulen waren nur für LKW-Diesel eingerichtet, an einer gab es nur Diesel, Schnaps und Flugbenzin und nur eine einzige Säule bot das übliche Super-Benzin mit 95 Oktan an. Und ich hatte mich schon gewundert, warum dort so viele Leute anstehen und an der anderen Säule niemand.
Das war das! Best wishes.
Da gibt’s auch was von Ratiopharm
Und ich dachte immer, dass das Zeugs dort ungesund sei. Wahrscheinlich ein Modellprojekt des Bundesgesundheitsministeriums in Regensburg.
Das war das! Best wishes.
24 Stunden offen
Es ist gut zu wissen, dass man könnte wenn man müsste …

Gesehen in Regensburg.
Das war das! Best wishes.
Schleichweg
Für Touristen mag eine Stadtrundfahrt im mit zwei PS reizvoll und ein Erlebnis sein. Für Autofahrer sind solche Pferdewagen aber auch ein unüberbrückbares Hindernis. Ich frage mich, warum es diesen Fahrzeugen erlaubt ist, an einem Sonntag Nachmittag damit den innerstädtischen Verkehr zu blockieren.
Nein, es genügt nicht, das Terrassenufer wegen der Festlichkeiten der Dampferflotte zu sperren (diese Sperrungen ist man ja gewohnt). Während sich die Autokolonne den Weg über die Wilsdruffer Straße bahnt und an gefühlten 382 Fußgängerampeln warten muss, schert aus der Galeriestraße ein mit zwei PS angetriebener Touristenkutscher mit Vollgas vor mir auf die Hauptstraße ein. Schade nur, dass die beiden Gäule das Tempo dann plötzlich nicht mehr halten können und gemächlich klappernd die folgende Autoschlange länger und länger werden ließen. Überholen war sinnlos, denn nur wenige Autos vor mir versperrte ein zweiter Pferdewagen auch die Fahrbahn. Zum Glück war nach dem Postplatz die Straße wieder frei.
Das war das! Best wishes.
Luxuskaffee

Es kommt selten vor, dass ich an deutschen Autobahnraststätten anhalte. Meistens sind die Strecken die ich fahre zu kurz, um überhaupt eine Pause einzulegen.
Heute war aber so ein Tag, an dem ein Kaffee unbedingt nötig war. Und irgendwie bin ich nicht der Typ, der sich morgens eine Thermoskanne Kaffee kocht und dann mit Leberwurstschnitten und mitgebrachten Tassen auf einem verdreckten Parkplatz neben einem Edelstahlklo eine kurze Erholungspause einlegt. Zumal ich die öffentlichen Toiletten in freier Wildbahn mehr ekelerregend als erlösend einstufe.
Also habe ich heute nach drei Stunden den Blinker gesetzt und bin auf die Raststätte ausgefahren. Der Kaffee war heiß und der Kaffee tat gut. Ebenso das mit Schinken, Käse und Tomate belegte Brötchen. Weniger erfreut war ich aber über die Rechnung – das nette Mädel an der Kasse wollte für eine Tasse Kaffee und das Brötchen doch tatsächlich 7,49 EUR von mir haben. Und da war der Rabatt vom Pinkeln schon abgezogen!
Vielleicht sollte ich das nächste mal doch lieber eine Thermoskanne einpacken. Da ist die ganze Kanne nur halb so teuer wie eine Tasse in der Raststätte.
Das war das! Best wishes.
Screenshots: http://www.rast.de und http://www.sanifair.de
Eine Busfahrt, die ist lustig …
Oder auch nicht.
Die momentane Wettersituation sorgt für Chaos überall. Und für ein Parkplatzproblem in der Innenstadt. Deshalb haben sich mehrere KollegInnen und ich uns dazu entschlossen, nicht mit dem eigenen Auto zur Arbeit zu fahren, sondern mit dem Bus.
Pünktlich nach Fahrplan war der Bus am Morgen an der Haltestelle und pünktlich waren wir danach auch im Büro. Nach getaner Arbeit machten wir uns wieder gemeinsam auf den Weg zur Haltebucht und erwarteten bei gefühlten 30 Minusgraden sehnsüchtig den geheizten Bus nach Hause. Als Gelegenheitsfahrer hat man bei den Straßenverhältnissen ja durchaus Verständnis für Verspätungen. Aber der Bus kam nicht. Nach einer halben Stunde Verspätung habe ich dann mal bei der Leitstelle angerufen und nachgefragt, ob etwas über Probleme im Verkehrsfluss bekannt ist und ob der Bus überhaupt das Depot verlassen hat.
Die nette Dame am anderen Ende der Leitung teilte mir nach kurzer Rückfrage mit, dass der Bus pünktlich die Zentralhaltestelle verlassen und auf dem Weg sei. Nur sei es heute nicht möglich, unsere Haltstelle anzufahren. Der Bus sei eine Umleitung gefahren. Man empfahl uns, zur nächsten Haltestelle zu gehen und dort das nächste Fahrzeug zu nehmen. Toll!
Also stand nun ein ziemlich rascher Winterspaziergang auf dem Plan. Unter anderen Umständen sicher herrlich, aber so? Wir erreichten die nächstgelegene Haltestelle rechtzeitig und warteten wieder. Was nicht kam war der Bus. Die Fahrgäste wurden langsam unruhig und ich war schon nahe dran, meine KollegInnen auf einen Kaffee zum Bäcker um die Ecke einzuladen und uns aufzuwärmen, als endlich der Bus um die Ecke kam. Endlich!
Zu meinem Leidwesen wollte der nette Chauffeur jetzt auch gleich mal satte 30 % mehr Entgelt kassieren, da diese Haltestelle jetzt nicht mehr im Bereich der Kurzstrecke liegt. Ich habe mich aber geweigert, mehr zu zahlen, weil es nicht meine Schuld war dass ich nicht an meinem gewünschte Ort einsteigen durfte. Nach einem unverständlichen Gemurmel des Fahrers gab er sich aber mit dem von mir passend vorgelegten Geldbetrag zufrieden.
Mit insgesamt fast zwei Stunden Verspätung als geplant konnte ich dann durchgefroren endlich in meine Wohnung treten.
Nach einer heißen Dusche gönnte ich mir noch einen heißen und durchaus gehaltvollen Tee mit einigen Umdrehungen. Jetzt war mir wieder warm. Eingekuschelt in die dicke Decke kann man auf dem Sofa auch ganz gut einschlafen.
Und morgen fahre ich wieder Bus!
Das war das! Best wishes.
Fly fly away
Ich bin im meinem Leben erst ein einziges mal geflogen. Also so richtig mit dem Flugzeug. Auf die Schnauze schon öfter. Im Urlaub zieht es mich auch nicht unbedingt auf die Malediven und so werde ich wohl auch in nächster Zeit nicht in die Luft gehen.
Und trotzdem frage ich mich oft – so wie nahezu alle Menschen – wenn ich zum Himmel schaue und einen kleinen leuchtenden Punkt über mich hinwegschweben sehe, woher und wohin das Flugzeug wohl gerade unterwegs ist.
Im Internet habe ich jetzt eine Seite gefunden, auf der man das in Echtzeit nachsehen kann. Auf http://www.flightradar24.com sieht man kleine gelbe Flugzeuge ihre Wege ziehen und ein Klick auf einen der kleinen Flieger offenbart die bisherige Strecke und am rechten Bildschirm noch einige andere Details wie Flugzeugtyp, Flughöhe und –geschwindigkeit, Airline und noch einige andere Informationen.
Da bekommt man doch gleich Lust, auch mal wieder den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Das war das! Best wishes.
Screenshot: http://www.flightradar24.com
Taxi a Venezia
Die Italiener sind ja bekanntlich berühmt für ihren recht rabiaten Fahrstil im Straßenverkehr – riskante Überholmanöver, chaotische Kreisverkehre und mehr Motorroller als Menschen. Außerdem sind sie berühmt für ihre Streiklust.
So auch gestern bei unserem Besuch in Venedig. Auf der Rückreise aus der Toscana legten wir einen Zwischenstop in der Lagunenstadt ein. Glücklicherweise haben wir vorher schon unser Hotel auf dem Festland gebucht. Angeblich sollte auch eine einfache, billige und schnelle Busverbindung vom Hotel zur Piazzale Romana gehen. Wie gesagt – sollte!
Wegen des Streiks von keine Ahnung wem genau fuhren weder Busse noch Bahnen in die Lagunenstadt. Die übermäßig mit Augen-Make-up versehene Dame an der Reception des Hotels war aber so nett, uns vorher darauf aufmerksam zu machen und uns ein Taxi zu rufen.
Das war zwar knapp 25 mal so teuer wie der Bus, aber wir bereuen das Erlebnis nicht. Ein schwatzhafter kurzbehoster Italiener raste vor das Hotel und nahm uns in seine schicke Kutsche auf. Los ging die Fahrt durch den wegen des Streiks sicher verstärkten Individualverkehr in Richtung Venedig. Blinken? Fehlanzeige! Vorfahrt beachten im Kreisverkehr? Wo gibt’s denn so was? Spurwechsel? Lieber fünfmal mehr als nötig. Mit Vollgas ging es über die Ponte della Libertà zur Piazzale Romana.
Und dann sah ich sie zum ersten Mal – die Kanäle von Venedig. Nein, es waren nicht die Kanäle, es war der Canale Grande!
In nahezu jedem Reiseführer war empfohlen, mit dem Vaporetto 1 durch den Canale Grande Richtung San Marco zu schippern – vorbei an den ganzen Pallazi. Schön, wenn nur nicht gestreikt würde. Wassertaxi? Ehrlich gesagt zu teuer. Oder sollten wir den Rufen “Gondola – Gondola” folgen? Das wäre noch teurer und hätte unser Budget bei weitem gesprengt.
Trotz sommerlicher Hitze von über 35 Grad wagten wir den Fußmarsch durch die engen Gasse, über Rialtobrücke zum Markusplatz. Trotz des unübersichtlichen Stadtplanes konnte man das Ziel gar nicht verfehlen – einfach den Massen hinterher. Aber aufgepasst und nicht gestolpert. Auch hier hat der Streik seine Auswirkungen hinterlassen: Touristenströme die scheinbar direkt in Venedig in Hotels wohnten, zogen schwere Rollkoffer über das Pflaster und die Stufen der Brücken. Klack Klack Klack!
Der gleiche Marsch dann wieder zurück! Das kann ja was werden!
Aber was soll ich sagen? Venedig ist zauberhaft. Ein Blick nach rechts oder links in die kleinen engen Gassen offenbart Ursprünglichkeit. Ein Blick nach oben zeigt (zumindest einen Teil) des venezianischen Lebens: Von Haus zu Haus gespannte Wäscheleinen voller Wäsche.
Auch der Blick von San Marco in die Lagune ist traumhaft – wenn man von den Touristenmassen absieht.
Und völlig überraschend gab es in dem Café an der Riva degli Schiavoni sogar Getränke zu überschaubaren Preisen: Zwei Capuccino und zwei Kaltgetränke für 12 EUR plus Trinkgeld ist doch wirklich ein Schäppchen, oder?
So, jetzt aber los. Die Vaporetti fahren immer noch nicht, also steht der ganze Marsch zurück noch einmal an. Und es ist immer noch heiß!
Das war das! Best wishes.
Bildquelle: Privat
