Archiv für die Kategorie ‘Asphaltcowboys’
1,639
Früher gab es solche Schlangen nur, wenn der Konsum Bananen oder Apfelsinen im Angebot hatte. Heute habe ich mich aber auch in die Reihe der wartenden Fahrzeugführer eingereiht. Der Sprit an den örtlichen Zapfanlagen lag mit 1,639 für einen Liter Super mal wieder relativ weit unten.
Auch wenn mein Tank noch nicht ganz leer war, habe ich trotzdem die 12 Minuten gewartet und mich einmal volllaufen lassen.
Das war das! Best wishes.
Quietsch Kreisch
Steigende Temperaturen und unablässiger Regen. Grund genug für die Reste an Schnee und Eis, sich aufzulösen. Übrig bleiben lauter kleine Steinchen, die im Winter gegen die Glätte ausgesät wurden.
Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit hat sich doch ein solches Steinchen irgendwie in der Bremse meines rechten Hinterrades verirrt und es sich dort bequem gemacht. Ein kreischender und in Ohren schmerzender Ton breitete sich um mich und mein Gefährt aus. Morgens um sieben auf der fast menschenleeren Straße sorgte das Echo zwischen den Häuserfronten der Straße dafür, dass niemand mein Erscheinen überhören konnte.
Es wäre mir lieber gewesen, die Leute würden mir aus anderen Gründen hinterher schauen.
Das war das! Best wishes.
Zeitlupe
Die Kälte hat uns fest im Griff. Heute morgen zeigte die Temperaturanzeige in meinem Auto 22 Grad Celsius – unter Null!
Ist euch eigentlich bei den modernen Anzeigeinstrumenten im Auto dabei schon mal aufgefallen, mit welchem Tempo dabei die Ziffern von Uhr und Kilometerzähler wechseln? Erst wird die alte Nummer ausgeblendet und dann erscheint gaaaaanz langsam die nächste Zahl. So als müsste der Bordcomputer erst mal zählen lernen. Komisch, oder?
Das war das! Best wishes.
PS: Wieso habe ich mir eigentlich keine Sitzheizung zu meinem Wagen bestellt?
Schneebesen
Früher war irgendwie alles ganz anders.
Früher hat’s schon Anfang Dezember mal geschneit.
Früher hatte ich auch einen rostigen alten Kleinwagen, der nie aufgeräumt und sauber war.
Früher lag der Schneebesen und der Eiskratzer das ganze Jahr über unterm Fahrersitz, da wusste ich noch, wo ich den zu suchen habe.
Und heute? Heute wird im Frühjahr das Auto sauber gemacht und aufgeräumt. Aufgeräumt ist gut, man müsste sich nur merken, wo man die winterlichen Hilfsmittel verstaut.
Heute hätte ich den Schneebesen gebraucht. Zum Glück ist meine Arbeitstasche noch alt und der Eiskratzer wird schon das ganze Jahr darin durch die Gegend geschleppt. Da konnte ich wenigstens Kratzen.
Ach ja, früher gab’s auch noch richtige gute Schneebesen, mit langen Borsten und einem festen Griff aus Holz. Heute gibt es nur überteuerte rutschige Kunststoffteile, die eher an eine leicht vergrößerte Zahnbürste erinnern.
Ich will endlich Frühling!
Das war das! Best wishes.
Na Super! E10
Da ist mir heute aber ein Fehler unterlaufen. Ich machte mich gerade auf den Weg und wollte an der örtlichen Kraftstoffverkaufsstation meinen Vorrat zum Antrieb meines Wagen ergänzen. Die Nadel neigte sich schon leicht der roten Marke und ich hasse es, wenn das FIS ständig “Bitte tanken"!” quäkt. Und manchmal hasse ich auch Audi-Fahrer, besonders solche aus Köln!
So einer stand nämlich vor mir an der Zapfsäule. Also das Auto. Von einem Fahrer war weit und breit nichts zu sehen und an den anderen Säulen war munter Begängnis. Nur der Kölner Audi-Besitzer war verschwunden. Nach fünf Minuten bin ich dann mal in die Zahlstelle eingetreten und habe – schon noch höflich – gefragt, ob es zu diesem Auto auch einen Fahrer gibt und ihn gebeten, er mögen sein Gefährt doch bitte etwas vorfahren, damit andere Leute auch noch etwas zur Förderung des Provisionserlöses des Tankstellenpächters beitragen könnten. Dann konnte ich endlich die Pistole in die vorgesehen Öffnung einführen.
Der Tank war schon fast voll, da habe ich erst gemerkt dass ich die falsche Zapfpistole gezogen habe. Lag es an meinem Frust über den Kölner Audi-Fahrer? Oder habe ich mich beim Anblick der Zapfpistole und des Einfüllstutzens wieder von anderen Gedanken ablenken lassen? Ich vermute eher die erste Variante. Jedenfalls bemerkte ich, dass ich gar keinen Super-Benzin tanke, sondern irgend so ein neumodische Zeug mit komischen Abkürzungen: E10. Was immer das auch heißen mag. Essen um zehn Uhr? Eingang noch zehn Meter? Egal, noch zehn Liter mehr?
Ich mag und tanke den E10-Sprit aus Prinzip nicht. Und weil ich das Zeug nicht in meinen Tank haben will, bin ich mal kurz nach Regensburg und zurück gefahren. Der Tank war wieder leer und ich habe nach meiner Heimkehr gleich noch mal richtiges Super-Benzin getankt. Jetzt fühle ich mich viel besser.
Das war das! Best wishes.
Im Wagen vor mir
“… fährt ein junges Mädchen.”
Im Gegensatz zu Henry Valentino bin ich heute aber nicht freiwillig so lange hinter einem solchen Wagen hergefahren.
Liebe Fahrerin des kleinen schwarzen Opel Corsa!
Falls es Ihnen in der Fahrschule entgangen sein sollte: Das Gaspedal ist rechts, die Bremse in der Mitte. Und nicht umgekehrt! Ich bin der Typ, der heute nachmittag die ganze Zeit hinter Ihnen inner- und außerorts mit 40 Sachen hergefahren ist und dabei das Lenkrad zerbissen hat. Ich hoffe, Sie schaffen es bei Ihrem Tempo noch vor Weihnachten nach Hause.
Das war das! Best wishes.
Roundabout
Ein Kreisverkehr ist eine feine Sache.
Aber nur, wenn einfahrende Autos nicht so lange warten, bis der ganze Kreisel komplett leer ist.
Das war das! Best wishes.
Super–5 Kilometer
Dialog der Tanksäule an einer großen Tankstelle zwischen Chemnitz und Dresden mit einer Muschel im Logo.
Kunde: “Wo ist hier die nächste Tankstelle?”
Shell-Tussi: “Ungefähr 5 km weiter im Ort. Wieso?”
Kunde: “Weil es hier nur E10 und den Super-Super gibt!”
Shell-Tussi: “Klar, an der ersten Säule. Sie haben aber jetzt schon V-Power aktiviert.” *)
Kunde: “Danke.”
Ich habe dann fünf Liter Shell Super V-Power Racing 100 in den Tank gelassen, den 2 Cent je Liter Aktionsgutschein einer großen Fast-Food-Kette und meine ADAC-Clubkarte für nochmal 1 Cent Ersparnis je Liter an der Kasse vorgelegt. Gezahlt habe ich die knapp 9,00 EUR selbstverständlich (oder gerade deswegen) mit Kreditkarte.
Übrigens, an der anderen Tanke im Ort war der Sprit auch gleich viel viel preiswerter – auch ohne Spar-Coupons.
*) Zur Info: Die oben erwähnte Tankstelle besitzt fünf oder sechs Tanksäulen – also zwölf Zapfplätze. Vier Säulen waren nur für LKW-Diesel eingerichtet, an einer gab es nur Diesel, Schnaps und Flugbenzin und nur eine einzige Säule bot das übliche Super-Benzin mit 95 Oktan an. Und ich hatte mich schon gewundert, warum dort so viele Leute anstehen und an der anderen Säule niemand.
Das war das! Best wishes.
Service
Seit Wochen hat mich das FIS täglich mehrmals an den in Kürze fälligen Termin zum Ölwechsel erinnert, den ich nun letzte Woche für heute vereinbart habe. Weil es zur regulären Inspektion nicht mehr weit war und ich deshalb in ca. drei Monaten wieder vor den Toren der Werkstatt stehen müsste, habe ich das auch gleich noch in Auftrag gegeben.
Schon bei der telefonischen Terminvereinbarungen waren die Herstellervorgaben aus Ingolstadt bemerkbar. Freundlich fragte mich die Dame am anderen Ende der Leitung, wann ich denn das Auto gerne bringen möchte oder ob man es abholen soll. Außerdem fragte man mich, ob ich einen Ersatzwagen bräuchte und ob ich mit einem A1 einverstanden wäre. Wie ich gestern schon geschrieben habe, war ich damit einverstanden.
Ein schnuckeliger Werkstattmeister nahm also gestern mein Fahrzeug entgegen und führte eine sehr umfangreiche erste Begutachtung durch. Soweit alles in Ordnung. Ein wenig Fachchinesisch (von dem ich bei Autos eh nicht viel verstehe – es muss fahren), dann die Unterschrift auf den Auftrag und Termin für die Abholung für heute vereinbart.
Mit dem Service war ich sehr zufrieden. Es wurden nicht nur die Pflichtarbeiten der Inspektionscheckliste und der Ölwechsel erledigt. Ganz ohne Beauftragung (und ohne zusätzliche Berechnung) wurde mein Auto gewaschen und poliert. Und zu meiner Überraschung sogar innen gereinigt. Die Fußmatten sind fast nicht wieder zu erkennen, so sauber waren die schon lange nicht mehr. Zum Abschluss habe ich sogar noch ein kleines Piccolöchen im Auto gefunden mit einem Zettel dran. Dort hofft man, dass ich bei einer Kundenbefragung den Service positiv bewerten werde und falls es Grund zur Beanstandung geben sollte könnte ich mich doch vertrauensvoll an die Geschäftsleitung wenden.
Nein, momentan habe ich keinen Grund zur Beanstandung. Ich bin sehr zufrieden – sogar mit der Rechnung.
Das war das! Best wishes.
A1
Heute habe ich meinen Wagen das erste Mal zum Service gebracht. Als Überbrückung erhielt ich einen Audi A1 vom freundlichen Audi-Partner. Eine gute Gelegenheit, das erst seit einem Jahr auf dem Markt befindliche Gefährt kurz zu testen.
Von außen verdient der Kleine mit den vier Ringen durchaus das Prädikat “Audi”. Schnittig, chic und flott – aber klein. Hat irgendwas von Hausfrauenauto, und trotzdem niedlich. Der Audi-typische wuchtige Kühlergrill will so überhaupt nicht zu diesem Fahrzeug passen. Der Innenraum wirkt relativ großzügig, auch wenn die Heckpassagiere auf die nötige Beinfreiheit verzichten müssen. Eine leichtgängige Schaltung und eine präzise Lenkung lassen auch bei der 1,2-Liter-Maschine mit ca. 86 PS Freude am Fahren aufkommen. Spritzig reagiert das Gaspedal auf meine Befehle und zieht das kleine Gefährt schnell auf Reisegeschwindigkeit. Da gibt es nichts zu meckern.
Was mir persönlich aber absolut nicht gefallen hat, war das Innenleben. An der Verarbeitung gibt es wie bei den Ingolstädtern üblich nichts zu meckern. Da klappert nichts und alles ist passgenau eingebaut. Allerdings wirkt das Kunststofflenkrad und Armaturenbrett machen einen billigen Eindruck und passen eher in ein osteuropäisches oder asiatisches Auto. Hier erwarte ich von einem deutschen Premiumhersteller einfach mehr! Der mittlere Rückspiegel von der Größe einer Briefmarke sorgt nicht wirklich für eine gute Sicht nach Hinten. Ebenso versperren die breiten C-Säulen massiv den Blick – der Golf lässt grüßen!
Und mir ist aufgefallen, dass man sich an so nette Kleinigkeiten wie Einparkhilfe oder Berganfahrassistent sehr gewöhnen kann.
Nach drei Stunden Kurztest stelle ich fest, dass der A1 kein Auto für mich wäre. Sicher war der Leihwagen auch nur so etwas wie das Grundmodell, aber für das Geld bekommt man bei anderen Herstellern wesentlich mehr Auto und vor allem mehr Ambiente. Ich bleibe lieber bei meinem A3.
Das war das! Best wishes.
